Workshop: Digital Health Perspectives – Bridging Healthcare, Technology and Society
Die Fachgruppe Digital Health veranstaltet gemeinsam mit der GMDS auf dem INFORMATIK FESTIVAL am 18.9.2025 in Potsdam den Workshop „Digital Health Perspectives". Eingereicht werden können Full Papers, Work-in-progress und Diskussionsbeiträge.
Beschreibung
![]() |
Zusammenfassung
Die Fachgruppe Digital Health der GI bietet erstmalig den Workshop „Digital Health Perspectives“ auf dem INFORMATIK FESTIVAL am 18. September 2025 in Potsdam an. Der Workshop findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e.V. statt.
In dem Workshop werden Herausforderungen und Lösungsansätze in der Digitalisierung des Gesundheitswesens betrachtet und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft diskutiert. Der Workshop zielt darauf ab, Forschende und Praktiker aus der Medizin, der Informatik, den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Ethik und anderen Bereichen in einen konstruktiven Dialog zu bringen. Willkommen sind dabei sowohl Beiträge mit Bezug zum deutschen Gesundheitssystem als auch internationale Perspektiven und Erfahrungen aus anderen Ländern. Ziel ist es, durch die Verbindung verschiedener Disziplinen neue Impulse für die digitale Transformation des Gesundheitswesens zu setzen.
Eingereicht werden können sowohl abgeschlossene Forschungsbeiträge (Full Papers), als auch laufende Forschungsarbeiten (Work-in-progress) sowie reine Diskussionsbeiträge (Extended Abstracts). Angenommene Forschungsbeiträge werden in der GI-Edition Lecture Notes in Informatics (LNI) veröffentlicht.
Thema und Motivation
Die Rolle der Informatik in der Gesundheitsversorgung ändert sich rasant. Die Verschmelzung von digitalen Technologien mit medizinischen Prozessen, präventiven Maßnahmen und der Gesundheitsversorgung wird häufig als Digital Health bezeichnet. Die WHO definiert Digital Health übergreifend als den Bereich der Wissenschaft und der Praxis, der sich mit der Entwicklung und der Nutzung digitaler Technologien zur Verbesserung der Gesundheit befasst.
Auch wenn Deutschland in vielen Bereichen der Digitalisierung des Gesundheitswesens anderen Ländern noch hinterherhinkt, wurden in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. International anerkannte Innovationen stellen dabei insbesondere die Einführung der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) und digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) dar, die Deutschland zu einem Vorreiter in der regulierten Integration digitaler Anwendungen in die Regelversorgung machen.
Durch den Ausbau der Standards der Telematikinfrastruktur (TI) wird die technische Grundlage für eine vernetzte Gesundheitsversorgung geschaffen und die sichere Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Gesundheitswesen ermöglicht. Mit der schrittweisen Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) und des elektronischen Rezepts (E-Rezept) wurden in Deutschland weitere Meilensteine in der digitalen Transformation der Gesundheitsversorgung erreicht. Interoperable Krankenhausinformationssysteme (KIS) und Praxisinformationssysteme (PVS) unterstützen dabei die digitale Integration der Versorgungsprozesse.
Die zunehmende Verbreitung von Wearables, Sensoren und Internet of Things (IoT)-Technologien ermöglicht eine kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten im Alltag. Gleichzeitig eröffnen Virtuelle Realität (VR) und Augmentierte Realität (AR) neue Möglichkeiten in der medizinischen Ausbildung, Therapie und Rehabilitation. Diese Entwicklungen tragen zu einer immer engeren Verzahnung von Gesundheitsversorgung und digitalen Technologien bei.
Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) revolutionieren die medizinische Diagnostik, Therapieplanung und Forschung. Durch die Analyse großer Datenmengen können Krankheiten früher erkannt, Therapien optimiert und neue medizinische Erkenntnisse gewonnen werden. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende Verfügbarkeit strukturierter Gesundheitsdaten in großen Datenräumen wie dem European Health Data Space (EHDS) weiter beschleunigt.
Die personalisierte Medizin verspricht, dass Behandlungen in Zukunft präzise auf individuelle Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden können. Durch die Integration von genomischen Daten, Biomarkern und digitalen Gesundheitsdaten entstehen neue Möglichkeiten für maßgeschneiderte Therapieansätze und eine effektivere Gesundheitsversorgung. Besondere Bedeutung kommt dabei auch den Entwicklungen im Bereich Mental Health und Digital Well-Being zu.
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens stellt besondere Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit. Der sensible Umgang mit Gesundheitsdaten, die Gewährleistung der Patientensouveränität sowie die Schaffung von Vertrauen und Akzeptanz bei allen Beteiligten sind zentrale Herausforderungen. Der internationale Vergleich zeigt, dass viele Länder in Europa und weltweit bereits weitergehende Erfahrungen mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens gemacht haben. Diese Erfahrungen bieten wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Im Themenfeld Digital Health konvergieren verschiedene Disziplinen wie Medizininformatik, Bioinformatik und Wirtschaftsinformatik. Gleichzeitig ist eine Berücksichtigung der ethischen, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für erfolgreiche digitale Transformationen im Gesundheitswesen unerlässlich. Daher laden wir zu einem interdisziplinären Diskurs ein. Durch die Zusammenführung verschiedener Perspektiven und Expertisen sollen nachhaltige Impulse für die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung erzielt werden.
Mögliche Beiträge
Der Workshop begrüßt Beiträge im Bereich Digital Health, die eine Vielzahl von Methoden verwenden, darunter qualitative und quantitative empirische Methoden, gestaltungsorientierte Forschung, Literaturübersichten und konzeptionelle Arbeiten. Besonders willkommen sind Beiträge, die interdisziplinäre Perspektiven einbringen.
Rein technische Ansätze und Spezifikationen sind von einer Einreichung ausgeschlossen, da der Fokus auf der integrativen Betrachtung von technologischen, sozialen und organisatorischen Aspekten liegt.
Eingereicht werden können:
- Abgeschlossene Forschungsarbeiten (Full Papers, max. 12 Seiten)
- Laufende Forschungsarbeiten (Work in Progress, max. 6 Seiten)
- Diskussionsbeiträge (Extended Abstracts, max. 1 Seite)
Die zur Präsentation angenommenen Forschungsbeiträge (A und B) werden in der GI-Edition Lecture Notes in Informatics (LNI) veröffentlicht.
Einreichungen können unter anderem zu folgenden Themenbereichen erfolgen:
- Technologien und Anwendungen:
- Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Gesundheitswesen
- Wearables, Sensorik und Internet of Things (IoT)
- Virtuelle und Augmentierte Realität im Gesundheitswesen
- Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Pflegeanwendungen (DiPA)
- E-Rezept und digitale Transformation der Apotheken
- Infrastrukturen und Systeme:
- Telematikinfrastruktur und elektronische Patientenakte (ePA)
- Krankenhausinformationssysteme und Praxisinformationssysteme
- Supra-nationale Datenräume und European Health Data Space (EHDS)
- Datenschutz und Informationssicherheit in der digitalen Medizin
- Interoperabilität im Gesundheitswesen
- Spezielle Anwendungsfelder:
- Mental Health und Digital Well-Being
- Personalisierte/Individualisierte Medizin
- Genomics und andere -omics Technologien
- Digital Public Health und Gesundheitsförderung
- Übergreifende Aspekte:
- Digital Health Literacy und Nutzerakzeptanz
- Ethische und rechtliche Aspekte der Digitalisierung
- Ökonomische Aspekte von Digital Health
- Change Management und digitale Transformation
Beiträge und Einreichung
Forschungsbeiträge sollen nicht mehr als 6 Seiten (Work in Progress) bzw. 12 Seiten (Full Paper) umfassen (inklusive Abbildungen/Tabellen, Literatur und Anhängen) und sie können in englischer oder deutscher Sprache verfasst sein. Sie werden durch Mitglieder des Programmkommittees und andere Autoren anonym begutachtet. Angenommene Forschungsbeiträge werden in der GI-Edition Lecture Notes in Informatics (LNI) veröffentlicht.
Zudem soll auch Teilnehmenden aus der Praxis die Möglichkeit gegeben werden, von Fallbeispielen und Erfahrungen zu berichten. Daher können auch Vorschläge für Diskussionsbeiträge eingereicht werden, die nicht als Konferenzbeitrag in den Tagungsband eingehen. Diskussionsbeiträge sollten vorab auf max. 1 Seite (Extended Abstract) beschrieben und eingereicht werden.
Forschungsbeiträge müssen im aktuellen NLI-Format (Stand: Januar 2025) eingereicht werden, damit sich ein einheitliches Gesamtbild in den Proceedings ergibt. Hinweise und die zu nutzenden aktuellen Versionen finden Sie unter:
https://gi.de/service/publikationen/lni
Zu Fragen der Autorenschaft und Verwendung von Hilfsmitteln wie generativer KI wird auf die Richtlinien der ACM verwiesen:
https://www.acm.org/publications/policies/new-acm-policy-on-authorship
Bitte beachten Sie: Mit der Einreichung von Forschungsbeiträgen erklärt sich das Autorenteam bereit, bis zu zwei Begutachtungen von anderen eingereichten Beiträgen vorzunehmen, die für den Workshop eingereicht wurden (peer-review).
Die Einreichung erfolgt über das Konferenzmanagementsystem EasyChair unter folgender URL (öffnet zeitnah):
https://easychair.org/conferences/?conf=fgdhperspectives2025
Die Einreichung bei EasyChair erfordert die Registrierung von mindestens einem Autor. Bei Fragen oder technischen Problemen wenden Sie sich bitte an die Workshop-Organisatoren (siehe unten).
Wichtige Termine
21.04.2025 Einreichungsschluss für Beiträge - Neuer Termin: 21.04. 05.05.2025
19.05.2025 Einreichung der Gutachten
26.05.2025 Benachrichtigung der Autoren über Annahme
09.06.2025 Camera-ready-Einreichung der angenommenen Beiträge
15.06.2025 Übermittlung der Proceedings-/Full-Paper-Submissions an Veranstalter
31.07.2025 Finales Workshop-Programm auf der Veranstaltungswebsite
18.09.2025 Workshop in Potsdam, 9:00-12:20 Uhr (Änderungen vorbehalten)
Bitte beachten Sie auch: Mindestens ein Autor von angenommen Beiträgen muss bei dem Workshop anwesend sein und den Beitrag präsentieren (Folien erwünscht). Workshop-Teilnehmer müssen im Vorfeld der Konferenz über die Website des INFORMATIK FESTIVAL ein ONSITE-Ticket beziehen:
https://informatik2025.gi.de/tickets.html
Early-Bird Anmeldung ist bis 31.05. möglich.
Ablauf des Workshops
Nach einer eröffnenden Ansprache (Key Note) werden im Workshop die angenommenen Beiträge nach thematischen Sessions gruppiert vorgestellt und diskutiert. Hierbei wird den Teilnehmenden aus Forschung und Praxis ausreichend Möglichkeit für Fragen und Diskussion eingeräumt. Der Workshop endet mit einem Wrap-up der Organisatoren.
Organisation
Der Workshop wird organisiert von der Fachgruppe Digital Health, Ko-Sprecher:
Prof. Dr. Till Winkler, FernUniversität in Hagen (till.winkler@fernuni-hagen.de)
Prof. Dr. Heiko Gewald, Hochschule Neu-Ulm (heiko.gewald@hnu.de)
Dr. Melanie Reuter-Oppermann, Deutsche Gesellschaft für Rettungswissenschaften (melanie.reuter-oppermann@dgre.org)
Für Anfragen und Rückfragen kontaktieren Sie uns gern!
Programmkommittee
Der Workshop bemüht sich um eine Begutachtung wissenschaftlicher und praktischer Sicht. Die folgenden Mitglieder der Fachgruppe Digital Health bilden das Programmkommittee:
- Prof. Dr. Rüdiger Breitschwerdt
- Prof. Dr. Torsten Eymann
- Prof. Dr. Peter Fettke
- Prof. Dr. Daniel Fürstenau
- Prof. Dr. Thomas Ganslandt
- Julia Gehrmann
- Prof. Dr. Heiko Gewald
- Philipp Großer
- Dr.-Ing. Elias Grünewald
- Prof. Dr. Maike Greve
- Assoc. Prof. Sten Hanke
- Dr. Detlef Hühnlein
- Dr. Eveline Prochaska
- Melanie Reuter-Oppermann
- Philipp Reindl-Spanner
- Prof. Dr. Sebastian Robert
- Dr. Hannes Schlieter
- Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Christian Thielscher
Weitere interessierte Mitglieder der Fachgruppe sind eingeladen, sich an der anonymen Begutachtung der Beiträge zu beteiligen. Eine kurze Meldung an das Organisationsteam reicht.
